Dienstag, 21. November 2017

Rezension Nr. 132/2017: Die Kinder von Wulf Dorn

"Eine der wichtigsten Erkenntnisse in meinem Leben als Leser und Autor dunkler Geschichten ist, dass die Realität stets um ein Vielfaches grausamer ist als jede Fiktion."
(Vorwort des Autors - Wulf Dorn)

Zur Story:

Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

Mein Leseeindruck:

Schon nach wenigen Zeilen machte sich dieses unheilvolle Kribbeln im Bauch bemerkbar. Spannung, aber auch das Unheilvolle bringt der Autor direkt am Anfang dem Leser nahe. Man spürt mit allen Sinnen ... da stimmt etwas nicht. Sämtliche Warnlämpchen gingen an... aber ich musste unbedingt weiterlesen. 

Die Augen lassen sich täuschen, das Bauchgefühl nicht,... (Seite 16)

Hätte ich nur auf diese Warnlämpchen gehört. Denn irgendwie kam nach diesem spannenden Anfang ... nichts. Okay, es kamen viele Buchstaben, aber die Spannung war irgendwie futsch. Vielleicht hatte ich mir bei diesem Klappentext auch einen ganz anderen Plot vorgestellt. Keine Ahnung.... ich hatte aber irgendwie den Zugang so ein bisschen verloren.

Aber wie der Titel schon sagt, es geht hier um DIE KINDER. Um na ja, sagen wir mal ganz besondere Kinder. Sensibel, feinfühlig aber auch erschreckend. Irgendwie ist es eine Mischung aus allem. Trotzdem passt es nicht zu dem Konstrukt, das ich mir vorgestellt hatte, bzw. wie mir assoziiert wurde.

Es ist mit Sicherheit kein schlechter Thriller, nur eben nicht unbedingt so, wie man es bislang von WULF DORN kennt.

Fazit:

Leider konnte mich dieser Thriller nicht ganz so begeistern. Er ist nicht schlecht, aber auch nicht der absolute Knaller. Mir hat der gewisse Wow-Effekt einfach gefehlt.

Bei einem Preis von 16,99 € für 320 Seiten hatte ich mir leider etwas mehr erhofft. Schade!

Weitere Informationen zu Buch und Verlag findet ihr - hier -

Montag, 20. November 2017

Rezension Nr. 131/2017: Der Todesmeister von Thomas Elbel

Vielschichtig, grausam und hochspannend,- der Auftakt einer Thriller Reihe, die unter die Haut geht.


Zur Story:

An der Oberbaumbrücke wird die Leiche eines jungen Mädchens angespült. Der Körper weist grausame Folter- und Missbrauchsspuren auf. Es handelt sich um die Nichte des Berliner Justizsenators, und sie scheint nicht das einzige Opfer zu sein: Im Internet tauchen Videos auf, in denen junge Frauen auf perverse Weise zu Tode gequält werden. Viktor von Puppe, frisch aus dem Innenministerium zum Berliner LKA gewechselt, und seine Kollegen stehen unter Druck, doch in höheren Kreisen scheint nicht jeder an einer Aufklärung interessiert zu sein …

Mein Leseeindruck:

THOMAS ELBEL, den ich bislang nur von Zukunftsgeschichten kannte, wagt sich nun an einen Thriller. Und wie man bereits beim Prolog feststellen kann, liegt ihm dieses Genre ebenfalls.
Schnell wird die düstere Stimmung aufgefangen, Angst macht sich breit... ja, man könnte schon sagen, dass man den Herzschlag der Protagonisten hören konnte. Bis dahin fand ich den Thriller einfach mega. Mega spannend, mega unterhaltsam....große Klasse.

Bei der Auswahl der Protagonisten war ich etwas überrascht. Okay, Viktor (Püppi), schnöseliger Typ, umgibt ein Rätsel, dadurch wirkt er sehr interessant. Aber nun kommt's. Ein Kollege asiatischer Abstammung mit blauschwarzem Haar und einem Dutt. Cargohose mit Camouflage-Musterung und Kampfstiefel. (Kenji) Dazu kommt noch eine südländische Schönheit mit figurbetonter Kleidung. (Begüm), die aber irgendwie immer schlechte Laune hat. Hm.... ehrlich gesagt, hätte ich dem Autor da etwas mehr Kreativität zugetraut. Eine dreier Konstellation, die mich nun nicht wirklich mehr vom Hocker reißt. Denn mittlerweile ist doch in fast jedem Krimi/Thriller eine rassige Schönheit versteckt und auch die beiden anderen Charakteren sind leider sehr oft in Thrillern vertreten.

Auch solche Sprüche: "Nimm mal lieber die Stielaugen aus dem Dekollete der Kollegin!" "Wieso...[...] Sieht für mich so aus, als ob da genug Platz ist." (vgl. Seite 39) finde ich zum gähnen. Oder sind das einfach nur platte, ausgelutschte, Männerwitze?  Hat THOMAS ELBEL es denn wirklich nötig, durch solche flachen Gags Pepp in die Story bringen zu müssen? Ich denke.... nein!

Der Thriller verliert sich zwar ab und zu in seinen Nebensträngen, bleibt aber nachwievor spannend. Leider ist von Anfang an klar, welche Rolle bzw. welches perfide Spiel der Verwandte spielt. (Den Namen nenne ich aus Spoilergründen nicht) Leider hat man schon zu oft von dieser Konstellation gehört bzw. gelesen. Insofern hat ich der Schluss nicht wirklich überrascht.

Sehr interessant fand ich den Nebenstrang mit Viktors Großvater. Hierüber hätte eigentlich ein eigener Krimi entstehen können. Wir werden zwar manchmal Handlungen unserer Großeltern niemals nachvollziehen können, aber unseren Enkeln wird es mal nicht anders gehen. Das ist eben der Lauf der Generationen,

Fazit:

THOMAS ELBEL kann auch anders. Wer ihn nur aus dem SiFi Genre kennt, wird erstaunt sein, wie wandlungsfähig der Autor ist. Ein neues Terrain... ein neuer Versuch.
Im Großen und Ganzen hat mir der Thriller gefallen. Möglicherweise war es eine kleine Anfangsschwäche, die mit einem Nachfolger auszumerzen gilt.

Weitere Informationen zu Buch und Verlag erhalten Sie  - hier -


Ich bedanke mich beim Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar.

Freitag, 17. November 2017

Buchverlosung: Lass mich los von Jane Corry

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich verlose den brandneuen Thriller von Jane Corry: Lass mich los.



Der Diana Verlag war so nett, und hat mir dieses Buch zur Verlosung überlassen. Hier nochmal ein herzliches Dankschön.

Nun, was müsst ihr tun: Hinterlasst einfach unter diesem Post einen Kommentar mit der Begründung, warum ihr uuuuunbedingt dieses Buch lesen wollt.

Bitte beachtet, dass der Verlag mir zwar das Buch überlassen hat, ich jedoch für die Versandkosten zu euch aufkommen muss. Deshalb werde ich das Buch nur innerhalb Deutschlands als Büchersendung verschicken. Diese Verlosung läuft vom 17.11.2017 bis einschließlich 30.11.2017.
Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt hier auf diesem Blog. Deshalb solltet ihr stets meinen Blog im Auge behalten.

Und nun ran an die Tasten und her mit euren kreativen Kommentaren.

Dienstag, 14. November 2017

Rezension Nr. 130/2017: Das Licht der Insel von Jean E. Pendziwol

"Eine unvergessliche Geschichte von Heimweh und verpassten Chancen. Nachdenklich und beglückend zugleich."
Kirkus Reviews

Zur Story:

Elizabeth und ihre Zwillingsschwester Emily wachsen in der rauen Einsamkeit des Lake Superior auf. Ihr Vater ist Leuchtturmwärter auf Porphyry Island, einer kleinen, sturmumtosten Insel. Die beiden Mädchen sind unzertrennlich, obwohl Emily nicht spricht – doch sie hat ein bemerkenswertes Gespür für Tiere, und sie malt wunderschöne Pflanzenbilder. Ihr Bruder Charles fühlt sich für die Schwestern verantwortlich. Doch dann setzt ein schreckliches Ereignis der Idylle für immer ein Ende

Siebzig Jahre hat Elizabeth nicht mit ihrem Bruder gesprochen, als am Ufer des Sees Charles' Boot angespült wird. Von ihm fehlt jede Spur, doch sie weiß, dass es nur einen Ort gibt, zu dem er unterwegs gewesen sein kann. Nur was hat ihn nach all den Jahren dazu gebracht, nach Porphyry zurückzukehren?

Mein Leseeindruck:

Schon im Prolog spürt man in jedem Satz, in jedem Wort tiefe Emotionen. JEAN E. PENDZIWOL versteht es wirklich, den Leser auf ruhige Art mit einem ganz besonderen Schicksal zu konfrontieren. Sehr gedacht und gefühlvoll erzählt sie von den Zwillingen Elizabeth und Emily.

Ich konnte beim Lesen direkt die Einsamkeit spüren, die stürmische Landschaft nahezu riechen und fühlte mich selbst schon ziemlich allein gelassen. Diese Gefühlsebene hat die Autorin meiner Meinung nach hervorragend rausgekitzelt.
Mich hatte diese Geschichte so sehr in Griff, dass ich das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.
So schön manchmal die Abgeschiedenheit ist, so einsam wird man dann auch. Dieses wird in dem Roman sehr deutlich.
Über ein paar Ungereimtheiten konnte ich locker hinwegsehen.

Fazit:

Ein Roman, der wirklich nahe geht und Emotionen weckt.
Leser, die gefühlvolle Geschichten mögen, sollten dieses Buch unbedingt lesen.
Den Preis von 10,00 € für 416 Seiten erachte ich als absolut gerechtfertigt.

Weitere Informationen zum Buch und Verlag erhalten Sie hier

Montag, 13. November 2017

Rezension Nr. 129/2017: Fildermädchen - Der zweite Band des Ermittlerduos Franck und Kronthaler von Thilo Scheurer

Cold Case aus Stuttgart: das ungleiche Ermittlerduo Franck und Kronthaler auf der Spur eines unvergessenen Verbrechens.

Zur Story:

Im Sommer 2011 verschwindet die siebzehnjährige Jasmin auf ihrem Schulweg spurlos. Tage später wird ihre Kleidung entdeckt – übersät mit Einstichen und Blutspuren. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus, auch wenn ihre Leiche nie gefunden wurde. Jahre später wird das Stuttgarter LKA-Dezernat »Tote ohne Mörder« damit betraut, den Fall wieder aufzunehmen. Oberkommissar Sebastian Franck ermittelt verdeckt in Jasmins ehemaliger Schule – und ahnt nicht, welche Gefahren auf ihn zukommen . . .

Mein Leseeindruck:

Schon mit dem Prolog zeigt THILO SCHEURER sein Können. Dramatisch, packend und unglaublich spannend startet der Krimi, der den Leser nach Stuttgart in eine Schule führt.
Sehr interessant, wie der Autor den schnöseligen Sebastian, nun als Lehrer erscheinen lässt. Respekteinflösend ist er auf jeden Fall. Aber als Lehrer? Hm....
Was den Schreibstil des Autors betrifft, so kann ich nur sagen, dass ich selten so detaillierte Beschreibungen gelesen habe. Jede kleinste Bewegung wird exakt beschrieben, so dass ich mich wie ein Zuschauer gefühlt habe. Ja, man könnte fast schon sagen, dass man beim Lesen den Atem des Mörders im Nacken spürt.  Dieses Talent ist wirklich nicht jedem Autor gegeben.


Fazit:

Wer auf die etwas anderen Ermittler steht, wird hier mit Sebastian Franck (mit ck) seinen wahren Spaß haben. Ein Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite begleitet den Leser durch eine megainteressante Story, die einem die feinen Härchen auf dem Arm noch oben stellen lässt.
Ich warte nun schon sehr gespannt auf die Fortsetzung, die hoffentlich bald erscheint


Informationen zu Buch und Verlag finden Sie hier: Emons Verlag

Freitag, 10. November 2017

Rezension Nr. 128/2017: EinKEHR zum tödlichen Frieden - Band 1 der Katja Klein / KEHR - Reihe von Martina Kempff

Die gekonnte Mischung aus Dramatik, Witz und Authentizität überzeugt und macht schon jetzt neugierig auf die nächste Einkehr.
(Saarbrücker Zeitung)


Zur Story:

Bis in die hinterste Eifel muss die Großstädterin Katja Klein reisen, um endlich ihren Bruder kennenzulernen. Schließlich findet sie ihn – erschlagen in einer Blutlache. Wie soll sie beweisen, dass sie dem Mann noch nie zuvor begegnet ist? Furchtlos beginnt die Journalistin selbst zu ermitteln und taucht so immer tiefer in die Abgründe ihrer unbekannten Familiengeschichte ein.

Mein Leseeindruck:

Ein Schmankerl unten den Regionalkrimis, so beschreiben die Ruhr Nachrichten den ersten Band der Reihe um Katja Klein und den Ort Kehr. (Vergleiche auch den Titel) Das es sich zweifelsohne um einen regionalen Krimi handelt, lässt auch schon das Cover vermuten.
Schon nach den ersten Sätzen hat mich MARTINA KEMPFF fest in Griff. Schnell beginnt beginnt die Story um Katjas Bruder spannend zu werden. Sie, als echte Großstadtpflanze aus Berlin, trifft auf ländliches Idyll, samt Bewohner. Nun gut, diese Bewohner sind auch aufgrund ihrer regionalen Lage sehr speziell. Deutschland oder Belgien? Diese Frage begleitet den Leser durch das gesamte Buch. Die Zuständigkeiten der Behörden müssen geklärt werden, länderspezifische Gesetze und Verordnungen gilt es zu erläutern, und auch die sprachlichen Unterschiede werden sehr fein ausgearbeitet. Hier ist eine Autorin am Werk, die wirklich weiß, wovon sie spricht.
Sehr interessant und speziell sind auch die Lebensmittelkombinationen, die Katja regelmäßig zu sich nimmt. Manches klingt sehr lecker, anderes wiederum sehr .... na ja, sagen wir gewöhnungsbedürftig.


Fazit:

Mich hat der Krimi sehr gut unterhalten. Ich liebe diese Idylle, auch wenn Sie mit Mord gespickt ist. Die Protagonistin habe ich in mein Herz geschlossen und bin gespannt, wie alles weiter geht.
Für Krimi Fans die Lokalkolorit mögen, ist diese Reihe sehr zu empfehlen.


Weitere Informationen zum Buch erhalten Sie hier: Piper Verlag


Spannung: 📖 📖 📖       Unterhaltung: 📖 📖 📖 📖        Protagonist: 📖 📖 📖 📖    


 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Dienstag, 7. November 2017

Rezension Nr. 127/2017: Die Fallstricke des Teufels von Heike Stöhr

»›Die Fallsticke des Teufels‹ ist ein Historienschmöker par excellence.«
Susann Fleischer, literaturmarkt.info 09.10.2017


Zur Story:
1541 in Pirna: Rätselhafte Todesfälle häufen sich, als habe der Teufel selbst die Hand im Spiel. Gerade ist die 19-jährige Sophia in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, herangewachsen zu einer jungen Frau mit einem großen Interesse für Medizin, seit sie als Kind Mutter und Bruder an die Pest verlor. Im Kontor ihres Vaters fällt ihr ein seltsames Buch in die Hände ? und sie hofft, darin ein Heilmittel gegen den Schwarzen Tod zu finden. Auch ein anderer weiß um die Existenz jenes Buches, das ungeheures Wissen verspricht: Stadtschreiber Wolf Schumann. Er ist besessen davon, es an sich zu bringen. Und schreckt selbst vor Mord nicht zurück.

Mein Leseeindruck:

Sehr gut gefällt mir die ausdrucksstarke Karte von Pirna mit den markanten Punkten, in der vorderen Klappe, die sich in der hinteren Klappe wiederholt. Solches Bildmaterial finde ich sehr hilfreich, um noch schneller die Stadt und das Leben in der Stadt kennenzulernen.
Ein weiterer Pluspunkt ist für mich das ausführliche Personenverzeichnis. Aufgrund der Vielzahl der dargestellten Personen, zeigt es mir, dass sich ein reges Stadtleben zeigen wird. Auch die Kurzbeschreibungen bei einzelnen Personen gibt Aufschluss auf den Stellenwert in der Geschichte und machen neugierig.
Durch die bildhaften Beschreibungen war es sehr einfach, schnell in die Geschichte einzutauchen.  Die detaillierten Personenbeschreibungen ließen mich, speziell Sophia, direkt ins Herz schließen. Ich wollte immer mehr von ihr lesen und wissen. Auch ein weiterer Protagonist erschien sehr sympathisch: Wolf Schumann. Aber sollte ich mich zwischen beiden Personen mit Sympathiepunkten entscheiden müssen, würde ich Sophie wählen. Ihre Rolle hat mir ausgesprochen gut gefallen. Sie wirkte sehr natürlich, ihre Handlungen erschienen mir glaubhaft und nachvollziehbar.
Jedoch ist mir im Laufe der Geschichte aufgefallen, dass der Klappentext etwas irreführend ist, da er nur einen minimalen Bruchteil der kompletten Story ausmacht. Das Hauptaugenmerk geht jedoch in eine andere Richtung. Hierüber war ich doch etwas erstaunt.
Sehr gut hatte mir auch der Epilog, die Geschichte in der Geschichte, gefallen. Hier wird nochmals auf die dokumentierte Geschichte Sachsens und Pirnas hingewiesen.
Und ganz zum Schluss das Glossar mit zahlreichen Erläuterungen zu Persönlichkeiten, Orten, Gebräuchen und Worten. 

Fazit:

Ein toller, historischer Roman, der den Leser von der ersten Seite an, in seinen Bann zieht. Eine spannende Geschichte, die unterhaltsam, lehrreich und auch humorvoll ist.
 
Den Preis von 16,90 € (Klappbroschur) für ca. 510 Seiten, finde ich dennoch etwas zu hochpreisig. Dieses ist jedoch nicht Gegenstand meiner Bewertung.
 

Weitere Informationen zum Buch erhalten Sie hier: dtv Verlag


Spannung: 📖 📖 📖 📖      Unterhaltung: 📖 📖 📖 📖 📖        Protagonist: 📖 📖 📖 📖 📖   


Vielen Dank der Autorin und dem Verlag für das Rezensionsexemplar.
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Sonntag, 5. November 2017

Rezension Nr. 126/2017: Ich soll nicht lügen

Es wäre so einfach, alles zu glauben. Doch sie kann es nicht.


Zur Story:

Zwei Frauen umkreisen einander in einem Netz aus Lügen. Wer ist Täter, wer ist Opfer? »Er war die Liebe meines Lebens.« »Warum wusste ich nicht, dass mein Bruder verlobt ist?« »Er war depressiv und wollte sich umbringen.« »Mein Bruder hatte keine Depressionen.« »Er ist einfach gesprungen.« »Und wenn ihn jemand gestoßen hat?« »Ich bin die Liebe seines Lebens.« »Bist du seine Mörderin?«

Mags' Bruder Abe liegt im Koma. Er ist von einer Treppe zwölf Meter in die Tiefe gestürzt. Die Polizei glaubt seiner Verlobten Jody, dass es ein Selbstmordversuch war. Mags glaubt ihr nicht. Sie ist sicher, dass Jody lügt. Aber warum?


Mein Leseeindruck:

Ich muss ehrlich gestehen, dass mich das Cover nicht sonderlich angesprochen hätte. Für mich ist es eindeutig zu viel orange. Einzig und allein der Titel war es, der mich neugierig gemacht hatte.
Was allerdings die Story angelangt, so war ich doch sehr erstaunt.
Die Autorin beschreibt in zwei Handlungssträngen die unterschiedliche Betrachtung eines Unglücksfalles. Zum einen handelt es sich um Mary, auch Mags genannt und zum anderen Jodie.
Während mir Mags Handlungsstrang sehr gut gefallen hat, war ich von Jody mehr als enttäuscht. Für mich war genau dieser Teil leider sehr langatmig und teilweise war ich auch geneigt, diese Seiten einfach zu überblättern. Ich fand Jodies Geschichte sehr unreif und auch irgendwie fehl am Platz. Aber genau so fehl am Platz fand ich auch einige Ausdrücke z.B. Pissbecken.
Wollte die Autorin hier einfach jugendlich wirken? Hatte ich mir ein Buch aus einer falschen Altersklasse gegriffen? Auf dem Cover jedoch stand nur: Psychothriller. Von Altersangabe leider keine Spur.


Fazit:

Tja, und was soll ich sagen: Das Ende.... ich war froh als es vorbei war.

Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier: Ullstein Verlag

Spannung: 📖 📖      Unterhaltung: 📖 📖 📖       Protagonist: 📖 📖 📖  


Vielen Dank netgalley für das Rezensionsexemplar.
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Samstag, 4. November 2017

Rezension Nr. 125/2017: Ein Gentleman in Moskau

Towles erschafft mit Graf Rostov einen grundsympatischen Hauptcharakter, der dem Leser sofort ans Herz wächst. Für lange Herbstabende bei Tee und Gebäck.
Isar aktuell, Sebastian Geiger, 14.09.2017

Zur Story:

Moskau, 1922. Der genussfreudige Lebemann Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt, ausgerechnet im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz. Er muss alle bisher genossenen Privilegien aufgeben und eine Arbeit als Hilfskellner annehmen. Rostov mit seinen 30 Jahren ist ein äußerst liebenswürdiger, immer optimistischer Gentleman. Trotz seiner eingeschränkten Umstände lebt er ganz seine Überzeugung, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen. Aber ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, während draußen Russland stürmische Dekaden durchlebt. Seine Stunde kommt, als eine alte Freundin ihm ihre kleine Tochter anvertraut. Das Kind ändert Rostovs Leben von Grund auf. Für das Mädchen wächst der Graf über sich hinaus.

Mein Leseeindruck:

Unvorstellbar! Da erhält man die Strafen, ein Lebenlang in einem Hotelzimmer zu verbringen. Was sich vielleicht anfänglich noch spannend und interessant anhört, kann aber auch sehr belastend sein.
So wie auch der Autor hier die Geschichte eines Mannes beschreibt, der seit 1922 unter Hausarrest steht.

Der Leser begleitet Graf Rostov über einen Zeitraum von drei Jahrzehnte und nimmt an den Veränderungen teil.
Was anfänglich noch sehr interessant gestaltet schien, war jedoch ab etwa der Hälfte irgendwie langatmig. Ich hatte das Gefühl, als würde der Autor selbst von einer Langeweile getrieben. Ob das eine gute Ausgangsbasis für einen Roman ist?

Mit war auch die Geschichte etwas zu russisch. Okay, der Titel hatte natürlich schon Aufschluss auf den Handlungsort gegeben, dennoch waren mir die Lobpreisungen auf die russischen Autoren doch etwas zuviel.

Fazit:

Es ist ein sehr gefühlvoller Roman, der mich allerdings nicht allzulange begleiten wird.
Der Preis von 22,00 € für ein Hardcover erachte ich jedoch als etwas zu hochpreisig.

Weitere Information zum Buch erhalten Sie hier: List (Ullstein) Verlag

Spannung: 📖 📖 📖     Unterhaltung: 📖 📖 📖        Protagonist: 📖 📖 📖   


Vielen Dank an netgalley für das Rezensionsexemplar.
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Freitag, 3. November 2017

Rezension Nr. 124/2017: Sibylla Reihe 02- Die Astrologin

Nachdem ich vom Vorgänger Die Hexe und die Heilige schon sehr begeistert war (Rezension), war ich überrascht, als ich von der Fortsetzung mit Sibylla gelesen hatte. Klar, dass ich nun unbedingt wissen wollte, was sich hinter dieser Geschichte verbirgt und ob diese mich genauso in ihren Bann ziehen würde.

Zur Story: 


Württemberg 1620. Der Dreißigjährige Krieg zieht über Europa auf und birgt einen tragischen Schicksalsschlag für die Hebamme Sibylla: Plündernde Landsknechte aus Flandern erschlagen ihren Mann und entführen ihre kleine Tochter Helena. Sibylla, die seit ihrer Kindheit die Gabe des zweiten Gesichts besitzt, begibt sich auf den Spuren der Söldner nach Süden. Sie spürt, dass ihre Tochter noch lebt. Als sie auf das Lager des Feldherrn Wallenstein trifft, gibt sie sich als Astrologin aus und willigt ein, ihm weiszusagen, wenn er ihr bei der Suche nach Helena hilft. Doch kann sie Wallenstein trauen? Wird er die schöne Sibylla wieder gehen lassen, wenn sie ihr Ziel erreicht hat

Mein Leseeindruck:

Wie beim Vorgänger Die Hexe und die Heilige erhält der Leser mittels einer Karte einen Überblick über das Heilige Römische Reich, um 1648. Ich denke, dass auch hier wieder jeder Leser zuerst seine oder eine nahegelegene Stadt suchen wird und erst anschließend sich die Karte mit ihren Grenzen genau betrachtet.

Schnell trifft der Leser auf Sibylla, deren Zwillingsschwester im Vorgängerband wegen Hexerei angeklagt und verbrannt wurde. Sibylla lebt und arbeitet in Leonberg als Hebamme. Ihr Leben mit Peter Berchtold scheint ziemlich normal zu laufen, wären da nicht die Unruhen der Kirche. Sehr interessant fand ich die Ausführungen der Autorin zum Glaubenswechsel in den verschiedenen Städten bzw. Landstrichen. Was eben noch katholisch war, musste nun evangelisch werden.
Hier hatte sich ULRIKE SCHWEIKERT auch etwas besonderes einfallen lassen, nämlich Johannes Kepler, den wie heute als Astronom, Astrologe und Mathematiker kennen. Ihm hatte sie eine ganz besondere Rolle zugedacht, die absolut stimmig wirkt.

Auch Wallenstein findet seine Rolle.
Allerdings war festzustellen, dass dieses Buch doch sehr geschichtlich wirkt. Viele Fakten, die zwar wirklich gut recherchiert waren, aber dem Lesespaß sich nicht wirklich zugeneigt gaben.

Fazit:

ULRIKE SCHWEIKERT zeigt in diesem Buch eine sehr gut recherchierte Geschichte auf. Kriegswirren, Machtkämpfe etc. säumen die Seiten und nebenbei ein Erzählstrang mit Sibylla. Beide Handlungsstrang harmonieren sehr gut, wenngleich ich mich mit den Kriegswirren an meinen Geschichtsunterricht erinnert fühlte. Kurzum, für mich waren es etwas zuviele Fakten, die mir zeitweilig den Lesefluss und -genuss etwas geraubt haben. 

Historie auf ca. 600 Seiten. Hier sollte wirklich jeder Leser entscheiden, ob der Preis von 19,99 € (für Hardcover) angemessen ist.


Weitere Information zum Buch erhalten Sie hier: Blanvalet Verlag

Spannung: 📖 📖 📖     Unterhaltung: 📖 📖 📖        Protagonist: 📖 📖 📖 📖  


Vielen Dank dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Donnerstag, 2. November 2017

Rezension Nr. 123/2017: Kehr Reihe/Katja Klein 08 - Umkehrschuss

Schon zum achten Mal wird MARTINA KEMPFFS eigenwillige Ermittlerin in einen Kriminalfall verwickelt.

Zur Story:


Auf dem Friedhof im Grenzörtchen Kehr liegt eine Leiche. Nicht, wie sich das gehört, ordentlich im Sarg, sondern mitten auf dem Rasen. Mit einem Loch in der Brust. Die Polizei steht vor einem Rätsel: Niemand kennt den Toten, nichts weist auf seine Identität oder Herkunft hin. Wie kann man ohne jeglichen Hinweis den Täter ermitteln? Doch dann führt die erste Spur ausgerechnet in Katja Kleins Restaurant Einkehr: Im Magen des Toten finden sich Bestandteile des schrägen Menüs vom Vorabend. Wer hat dem schönen jungen Mann die Henkersmahlzeit serviert?
Für Katjas Freund, den belgischen Polizeiinspektor Marcel Langer, ist das Grund genug, die deutsche Polizei mit ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden zu unterstützen. Schon zum achten Mal wird Martina Kempffs eigenwillige Ermittlerin in einen Kriminalfall verwickelt.
 
Mein Leseeindruck:
 
Sehr ansprechend ist die Karte, die die Kehr darstellt. Die einzelnen Punkte, sei es nun Auf dem Gericht mit dem angedeuteten Galgen oder auch das Zollhaus, lassen auf eine historische Gegend schließen. interessant ist auch die Aufteilung durch die Bundesländer.

Gekonnt arbeitet MARTINA KEMPFF die Liste der Protagonisten in die Ortsbeschreibung von Kehr ein. Denn ja, Kehr gibt es wirklich.
Oh, aber nicht nur das wirkt sehr ansprechend, sondern auch die Rezepte, die unter den Kapitelüberschriften erwähnt werden. Also mal ehrlich, einen Krimi lesen und dabei noch zum kochen inspiriert werden... kann es besseres geben? 😃

Deutlich hebt die Autorin die Zerrissenheit von Ostbelgien hervor. Manche Abschnitte gleichen deshalb auch mehr einer Geschichtsstunde denn eines Krimis, aber lehrreich und unterhaltsam sind die Ausführungen trotzdem.
Allerdings waren mir die Ausführungen über das Deutsch/Belgische Grenzland, die Übernahme der Deutschen usw. schon stellenweise etwas zu ausführlich und langatmig, was aber wohl auch daran lag, dass diese Geschichte immer und immer angesprochen wurde.

Der witzige, locker, leichte Schreibstil lässt die Seiten nur so dahin fliegen. Man wird nahezu von Kapitel zu Kapitel geschleudert und kann das Buch nur schwer aus der Hand legen.

Da ich die ganze Zeit mitgerätselt hatte, wer denn nun der Mörder sein, war ich am Ende sehr überrascht. Zusammen mit einem großen Showdown wurde die Lösung präsentiert.

Alle Protagonisten waren hervorragend ausgearbeitet, so dass ich mir schnell ein Bild von ihnen vor mein geistiges Auge zaubern konnte. Ihre Handlungen waren nachvollziehbar und stimmig.


Fazit:

Wie in den bisherigen Bänden der Reihe, so trägt auch dieser Band den Namen jenes Ortes in sich, in dem die Handlung erfolgt. Genau, nämlich Kehr. Bei der Titelvergabe zeigt sich großes kreatives Geschick, was sich auch in der Handlung widerspiegelt. Sehr gekonnt wurden Spuren gelegt, wieder revidiert, neue Informationen gestreut bis endlich.... tja, der grosse Showdown eben.

Ich finde den Krimi zwar wirklich toll, aber 10,95 € für ca. 260 Seiten? Das finde ich schon etwas grenzwertig, zumal die Schrift auch noch sehr groß gehalten ist.


Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier: KBV Verlag

Spannung: 📖 📖 📖     Unterhaltung: 📖 📖 📖 📖       Protagonist: 📖 📖 📖 📖  


Vielen Dank der Autorin und dem Verlag für das Rezensionsexemplar.
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Mittwoch, 1. November 2017

Rezension Nr. 122/2017: Sind dann mal weg

Witzig, bewegende, schrullig - Eine Geschichte über Liebe, Freundschaft, Gleitsichtbrillen und alles, was man sonst noch für die Reise braucht.


Zum Inhalt:


Tina langweilt sich in der Seniorenresidenz Schafweide zu Tode. Einziger Lichtblick: Die Rätselabende mit dem schmucken Kapitän a.D. Ole Erickson, dem Lebemann Paul, der glamourösen Hedi und dem schüchternen Männi. Doch als Ole eines Abends mitten im Rätselraten tot umfällt, ist der Spaß vorbei. Oles letzter Wunsch war es, dass seine Asche im norwegischen Finnfjordvær ins Meer gestreut wird. Tina und ihre Freunde nehmen die Herausforderung an und machen sich mit Oles Asche auf den Weg gen Norden.

Mein Leseeindruck:

Alleine schon das Cover verspricht gute Unterhaltung und lässt die Herbstdepressionen schwinden. Die abgebildeten günstigen Rentner machen das Älterwerden einfacher und Mut zum Neuanfang. Mich hatte das Cover jedenfalls neugierig gemacht.

Sehr anschaulich beschreibt SIMONE VEENSTRA in ihrem Roman, wie wichtig Gesellschaft ist oder auch Freunde sind. Gerade im Älterwerden sind Freundschaften rar, da viele früh sterben, wegziehen oder man einfach den Kontakt verliert. Und wenn dann noch die Familie weit weg ist, dann gerät man schnell in den Kreislauf der Einsamkeit. Man zieht sich nach weiter zurück und plötzlich stellt man fest, dass keiner mehr da ist. Hier greift wieder der Roman, in Person: Tina. Eine rüstige Rentnerin, die ihr Leben jedoch alleine verbringt und lebensmüde ist. Gerade nach hatte sie den Plan gefasst, allem ein Ende zu setzen..... da kommt Schwung in ihr Leben.

Der witzige, lockerleichter Schreibstil verleitet dazu, das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Immer tiefer taucht man in die Gefühlswelt der älteren Herrschaften ein, fühlt und lacht mit ihnen, aber leidet auch mit ihnen.  

Fazit:

Ach schade! Das waren meine Gedanken, als ich bei der letzten Seite angekommen war. Jedoch war da noch ein Hoffnungsschimmer, schließlich wurde am Ende der neue Reisepass erwähnt. Würde es also eine Fortsetzung geben?

SIND DA MAL WEG führt den Leser auf ca. 400 Seiten in einer leicht emotionalen Welle in die Seniorenwelt und nimmt die Angst vor dem Älterwerden.
Dieses Buch, für 9,90 € macht Mut und sollte in den Seniorenheimen zur Pflichtlektüre werden.

Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier: Heyne Verlag

Spannung: 📖 📖 📖     Unterhaltung: 📖 📖 📖 📖       Protagonist: 📖 📖 📖 📖  


Vielen Dank dem Freelance-Team für das Rezensionsexemplar.
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Dienstag, 31. Oktober 2017

Freitag, 27. Oktober 2017

Rezension Nr. 121/2017: Kreuzschnitt von Øistein Borge

"Eine überaus spannende und komplexe Geschichte, die in einer gelungenen Mischung aus Gegenwart und Historie, für beste Unterhaltung sorgt."
Der Achentaler.de, 09.10.2017


Zur Story:

Bogart Bull, Kommissar bei der Osloer Kriminalpolizei, durchlebt eine schwere Zeit, nachdem seine Frau und sein Kind bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Seine Chefin versetzt ihn zu Europol, wo ein mysteriöser Fall auf ihn wartet: Der schwerreiche norwegische Unternehmer und Kunstsammler Axel Krogh ist in seiner Villa in Südfrankreich ermordet aufgefunden worden - doch alle Verdächtigen haben ein wasserdichtes Alibi. Bulls einziger Anhaltspunkt ist ein Gemälde von Edvard Munch, das einen Dämon zeigt. Nichts anderes hat der Mörder aus der Villa entwendet. Bulls Ermittlungen führen ihn schnell in die Vergangenheit: zu einem grausamen, ungesühnten Verbrechen in den vierziger Jahren …

Mein Leseeindruck:

Wer meine Rezensionen kennt, weiß, dass ich viel Wert auf das Cover lege. Und auch hier, bei diesem vorliegenden Buch, war es das Cover, das meinen Blick angezogen hat. Diese Trennung der Farben, das Herrenhaus...irgendwie sieht das ziemlich mystisch aus.  Da ich jedoch mit dem skandinavischen Krimis so meine Probleme habe, war ich nun wirklich gespannt, was mich erwartet würde.

ØISTEIN BORGE beschreibt seinen Protagonisten, Kommissar Bogart Bull, sehr gefühlvoll. Schnell wird klar, dass der Leser praktisch von Anfang an dabei sein soll. Man erlebt das Gefühlschaos aufgrund des Todes der Ehefrau und der Tochter, und auch den tiefen Fall in den Alkoholkonsum. Dieses ist zwar mittlerweile nichts mehr außergewöhnliches in den Krimis, dennoch fand ich es hier sehr ansprechend. Gefühlvoll aber nicht zu emotional. Man erlebt seinen Fall, aber auch, wie er sich selbst wieder aufrappelt, auch dank seines Umfeldes.

Durch die sehr interessanten Wendungen bleibt die Handlung sehr spannend und man möchte das Buch kaum aus der Hand legen.

Das Buch umfasst zwei Handlungsstränge, die perfekt am Ende ineinander übergehen.

Fazit:

Für 9,90 € erhält man hier einen Thriller, der einen über 336 Seiten hinweg, bestens unterhält.
Endlich mal ein skandinavischer Thriller, der mich wirklich begeistert hat.

"Wieder einmal ein toller skandinavischer Thriller, der sehr traurig beginnt und dann absolute Fahrt aufnimmt."
Magazin Köllefornia (Blog), 06.09.2017



Information zum Buch finden sie hier: Droemer Knaur Verlag


Donnerstag, 26. Oktober 2017

Rezension Nr. 120/2017: Fall - Band 3 der Archer & Bennett Reihe

»Ein Wahnsinns-Thriller! Düster, cool und ohne jeglichen Weichzeichner.«
stw, Augsburger Allgemeine



Zur Story:

Der letzte Band der phänomenalen Trilogie um Eden Archer und Frank Bennett: Eden, Top-Cop bei der Mordkommission von Sydney, ist nach ihrem Undercover-Einsatz schwer angeschlagen. Das hält sie aber nicht davon ab, mit dem weiterzumachen, was sie am besten kann: in nächtlichen Streifzügen Killer und Psychopathen aufzuspüren und für immer aus dem Verkehr zu ziehen. Ihr Kollege Frank ahnt ihr dunkles Geheimnis, hält jedoch still – noch.
Als ein Killer in den Parks von Sydney eine Joggerin nach der anderen bestialisch ermordet, müssen die beiden Cops auf Gedeih und Verderb wieder zusammenarbeiten. Aber rasch eskaliert die Lage, weil Franks neue Freundin, die Psychologin Imogen Stone, in ihrer Freizeit für üppige Belohnungen alte Fälle wieder aufrollt und dabei auf die zwanzig Jahre alten Tanner-Morde stößt. In ihren Nachforschungen kommt sie Eden gefährlich nah, viel zu nah. Frank muss sich fragen, welche Maßnahmen Eden ergreifen wird, um sich zu schützen. Denn so gut kennt er Eden, dass er weiß: Diese Maßnahmen werden radikal sein …

Mein Leseeindruck:

"Heftig und Spannend", so beschreibt The Sydney Morning Herald, den dritten Band der Serie um Eden Archer und Frank Bennett.
In gewohnt schonungslose Manier lässt CANDICE FOX ihre Leser wieder am brutalen Leben teilhaben. Kein Blatt wird vor den Mund genommen, keine Szene verharmlost. Bereits nach den ersten Sätzen fühlt man sich mittendrin.

Ich konnte, nein, ich wollte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Die Ereignisse überschlagen sind und man wird von einer in die nächste spannende Situation geschleudert. Okay, manche Handlungen waren etwas schwer nachvollziehbar, aber dennoch sehr spannend.  Und dann das Ende...tja, irgendwie wurde dann alles sehr weich und sogar etwas harmisch. Na ja, sofern man überhaupt in dieser Trilogie von Harmonie sprechen kann. CANDICE FOX läuft meiner Meinung nach, in diesem letzten Band der Trilogie wirklich in Höchstform auf: schnell, böse und mega spannend.

Die Protagonisten wirken sympathisch, aber teilweise auch unnahbar. Gut, vielleicht lag es auch daran, dass ich solche Menschen im wahren Leben nicht kenne.
Das Umfeld wurde so beschrieben, dass man auch ohne Kenntnisse von Band 1 "Hades" und Band 2 "Eden" die Handlungen verstehen kann.

Fazit:

Für 15,95 € erhält man auf ca. 470 Seiten einen grandiosen Thriller, der ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Um jedoch auf den wahren Lesegenuss zu kommen, sollte man die beiden Vorgängerbücher lesen.

Leider ist mit diesem Buch das Ende der Trilogie erreicht. Ich freue mich aber schon auf die nächste Serie der Autorin.

»Man kann Candice Fox nicht vorwerfen, dass sie keine überraschenden Enden zu schreiben wüsste!«

kgr, BÜCHERmagazin 4/2017



Information zum Buch finden sie hier: Suhrkamp Verlag



Dienstag, 24. Oktober 2017

Rezension Nr. 119/2017: Bibergeil

 


 

 Titel: Bibergeil
 Autor: Inge Hirschmann

 Verlag: emons
 Ausgabe: Broschur
 Genre: Krimi
 Seitenzahl: 208 Seiten 
 ISBN  978-3-7408-0010-9

 Erschienen am: 24.11.2016
 Leseprobe: hier






Die Zahl potenzieller Naturfrevler nahm rasch zu. (1. Satz)

Klappentext:

Biber sind im Markt Hallerbach an der bayerisch-tschechischen Grenze als neue Mitglieder der Dorfgemeinschaft nicht allzu beliebt. Als mitten auf der Burg der Nagetiere ein Toter gefunden wird, gerät nicht nur die Verbrecherwelt vor Ort in Bedrängnis, sondern auch Polizeikommissar Karl Holzinger: Es stellt sich heraus, dass dieser bizarre Mord gerade für ihn besonders existenzgefährdend ist.

Mein Leseeindruck:

Es war der Titel, der mich an diesem Buch sofort angesprochen hatte. BIBERGEIL, was das wohl zu bedeuten hatte? Interessant war neben dem Titel auch der abgebildete Biber, der so frech aus dem Wasser guckt. Wie sich beim Lesen herausstellte, wurde der Titel auch absolut passend zur Story gewählt.

Die Autorin, INGE HIRSCHMANN, führt den Leser direkt und ohne Umwege in die bayrische Gemeinschaft ein. Die typische Wirtshaus/Stammtisch Atmosphäre wirkt sehr einladend, so dass man direkt Platz nehmen möchte um mit den Mitgliedern der Tischrunde über die Biber zu diskutieren. Ein schwerwiegendes Thema, wie man beim Lesen von BIBERGEIL feststellen wird.

Besonders gut hatte mir der Schreibstil gefallen. Locker, leicht und flüssig zu lesen, gespickt mit etwas Lokalkolorit...so wird Lesen zum Genuss. Und Genuss war auch die Handlung. Ich muss gestehen, dass ich als alte Krimitante wirklich an der Nase herumgeführt wurde. Ständig neue Fakten und Fährten, so dass ich wirklich sehr lange im Dunkeln tappte. Und dann...der große Showdown. Am Schluß ging es dann so richtig zur Sache. Ja, ich würde mal sagen, dass sich die Ereignisse nahezu überschlugen, aber dennoch übersichtlich und nachvollziehbar blieben.

Fazit:

Purer Lesespass auf ca. 200 Seiten. Ja, genauso würde ich dieses Buch beschreiben. Ein Krimi, bei dem kein Auge trocken bleibt.

Und wer sich nun aber die Frage stellt ob es BIBERGEIL gibt und was das ist, dem sei soviel verraten.... ist um uns rum 😃

Spannung: 📖 📖 📖 📖     Unterhaltung: 📖 📖 📖 📖 📖       Protagonist: 📖 📖 📖 📖   
Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar und Lovelybooks für die Durchführung der Leserunde
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog