Dienstag, 9. Januar 2018

Rezension Nr. 7/2018: Die Salzpiratin von Beate Maly

"Freundlichkeit ist ein Luxus, der mit Glück einhergeht."
(Zitat: Die Salzpiratin)
Bildrechte beim Ullstein Verlag



Zum Inhalt:

Ursel ist die Tochter der Herren von Orth, die den lebenswichtigen Salzhandel auf dem Traunsee kontrollieren und die Händler vor Piraten schützen. Kurz nach der Sonnenwendfeier im Jahre 950 wird ihre Familie vom machthungrigen Grafen Wilhelm von Chiemgau überfallen. Nur Ursel und ihr Bruder können fliehen. Und Ursel schwört Rache. Als Mann verkleidet schließt sie sich den Salzpiraten an und wird bald zum gefeierten Mitglied der Räuberbande. Gegen ihren Willen verliebt sie sich in den Kaufmann und Gelehrten Steffen, den sie eigentlich als ihren Feind betrachtet. Als Ursels Tarnung aufgedeckt zu werden droht, geraten die beiden in große Gefahr.

Mein Leseeindruck:

Schon nach dem Prolog wusste ich, dass ich dieses Buch so schnell nicht aus der Hand legen würde.

Die Autorin BEATE MALY schreibt und beschreibt mit so viel Leidenschaft die Gegend um den Traunsee und ihre Geschichte der Salzpiratin. Sehr deutlich spürt man, mit welche Akribie der Bogenbau studiert wurde. Jedes Detail wird bis in Kleinste beschrieben, so dass man glaubt, selbst einen Bogen nachbauen zu können. Auch die Wissenschaft der Pfeilspitzen wird deutlich und hervorragend in die Geschichte eingebracht.
BEATE MALY wagt sich mit dem vorliegenden Werk an eine Sage heran, die genau so, sich ereignet haben könnte. Durchaus glaubhaft werden die Intentionen der Protagonisten geschildert.


In der Protagonistin Ursel beschreibt sie ein junges Mädchen, das furchtbares mit ansehen musste und nun voller Wut und Rachsucht sich auf den Weg macht, den Mörder ihrer Familie und Freunde zur Strecke zu bringen. Anfangs wirkte Ursel noch sehr burschikos, nach ihrer Verwandlung in Hans, dann sehr clever und in sich gekehrt. Hier fand ein deutlicher Charakterwechsel statt. Anschließend jedoch, hatte sich ihre burschikose und clevere Art irgendwie verloren, so dass auch die Spannung der Geschichte irgendwie abfiel. Auch ging der Bezug zur Salzpiratin irgendwie verloren. Plötzlich war es nur noch eine Liebesgeschichte, was ich doch sehr schade fand.  

Mein Lieblingsprotagonist, sofern es so etwas überhaupt gibt, war eindeutig Nikolaus. Er wurde zwar anfangs als dümmlich, zurückgeblieben und einfältig dargestellt, denn noch habe ich ihn ins Herz geschlossen. Er zeigte sehr viel Herz, was mich sehr beeindruckt hat. Nachdem die Autorin dann aber über viele Seiten das Kerlchen (der zwischenzeitlich zum Mann wurde) einfach außer acht gelassen hatte, ebenso den Klosterbau, der anfangs ja genau das ausschlaggebend war, zeigte sich nun im letzten Drittel, welchen Zeitsprung die Geschichte machte. Diesen Sprung fand ich sehr schade, da auch der Bezug zur Ausgangssituation damit verloren ging. Auch war nach diesem Zeitsprung Nikolaus so gereift, dass man von seiner ursprünglichen Art kaum mehr etwas merkte. Nein, sein Charakter wirkte beinahe wie ausgetauscht. Das fand ich etwas holprig, wie man so schön sagt.

Abschließend möchte ich noch ein paar Wort über das Cover und den Klappentext äußern. Das Cover, auf dem eine Frau mit einem Salzsack und im Hintergrund der See, dargestellt ist, finde ich sehr passend gewählt. Kaum ein anderes Motiv wäre gelungener. Großes Lob hier an den Verlag für die Auswahl des Bildes.
Der Klappentext hingegen verrät beinahe schon die ganze Geschichte. Sehr schade!

Fazit:

Ein toller historischer Roman, der eine angenehme Atmosphäre verbreitet und gute Unterhaltung bietet. Manches wirkte auch mich etwas holprig, aber das bringt es wahrscheinlich mit sich, wenn man über eine Sage schreibt. Manches ist historisch belegt, anderes muss aus den Gedanken der Autoren eingefügt werden. Leider war es in diesem Fall nicht immer ganz rund. Für das Abflauen des Spannungsbogens und der Charakterwechsel muss ich leider ein par Punkte abziehen.

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Vielen Dank dem Ullstein Verlag und netgalley für das Rezensionsexemplar.

Montag, 8. Januar 2018

Rezension Nr. 6/2018: Todesstrand (Band 1 der Emma Klar Reihe) von Katharina Peters


» Katharina Peters weiß, wie man Spannung erzeugt. «
(Schweriner Volkszeitung)



Zum Inhalt:

Emma Klar war eine leidenschaftliche Polizistin. Bis ein Einsatz gegen Mädchenhändler furchtbar schieflief. Sie wurde tagelang gefangen gehalten und wäre fast getötet worden. Nun hat sie sich ins beschauliche Wismar zurückgezogen – angeblich als Privatdetektivin. In Wahrheit jedoch hat man sie angewiesen, verdeckt zu ermitteln. Ihr erster Fall erscheint harmlos. Ein Mann glaubt nicht, dass seine sechzehnjährige Tochter sich umgebracht hat. Routiniert macht sich Emma an die Arbeit. Bald findet sie heraus, dass noch andere junge Frauen verschwunden sind – und sie stößt auf einen Namen, der sie beinahe in Panik versetzt: Teith. Ein Mann mit diesem Namen gehörte zu ihren Peinigern. 


Mein Leseeindruck:

Obwohl Emma wirklich etwas furchtbares erlebt hat, gibt sie nicht auf. Nein, sie will ihren Peiniger von damals zur Strecke bringen. Dieses hat die Autorin im vorliegenden ersten Band sehr gut beschrieben. Schon beim Prolog stockt einem der Atem. Im wahrsten Sinne des Wortes. (Diesen Hinweis wird man erst beim Lesen des Prologs verstehen.) 

Gekonnt lässt die Autorin zwei Handlungsstränge parallel laufen, ohne einen der beiden zu vernachlässigen. Als Leser ist man sozusagen stets hautnah dabei. Manchmal auch so nah, dass man schon fast schon einem Thriller reden könnte. Man spürt beim Lesen den Atem der Protagonisten, empfindet selbst die Angst, man atmet schneller. Für mich ist das ein absoluter Pluspunkt der Autorenkunst.

Emma als Hauptprotagonisten fand ich sehr deutlich charakterisiert. Ihre Handlungen waren für mich nachvollziehbar und ich konnte mich schnell in ihre Rolle einfinden.
Johanna wiederum hat mir nicht ganz so gut gefallen. Ich fand sie sehr kühl, möglicherweise war das aber auch Absicht der Autorin, um die beiden Protagonistinnen besser auseinander zuhalten. Als Team wiederum funktionieren die beiden jedoch sehr gut. Ja, sie ergänzen sich sogar.

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zum Cover und Klappentext sagen. Das Cover macht durchaus neugierig. Es versprüht eine gewisse, unterschwellige Kraft, Unruhe, genau so wie es auch im Plot nie wirklich ruhig zugeht.
Der Klappentext wurde sehr passend gewählt, so dass der Einstieg sehr leicht fiel. Es wird nicht zuviel oder zu wenig verraten, sondern macht vielmehr neugierig auf die Story

Fazit:

Wer die Spannung liebt, wird bei diesem Krimi auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Der Spannungsbogen ist durchgängig vorhanden und auch das Randgeschehen ist wohldosiert.
Ich wollte immer mehr wissen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Für 9,99 € kann man bei diesem Taschenbuch wirklich nichts falsch machen.
Guter Preis - gute Story! Was will man mehr?!


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Sonntag, 7. Januar 2018

Rezension Nr. 5/2018: Das Gutshaus von Anne Jacobs

»Glanzvolle Zeiten – wer sehnt sich nicht danach? [...] Da kommt eine Geschichte wie 'Das Gutshaus' gerade richtig.«
Nürtinger Zeitung (24.11.2017)
 
Zum Inhalt:
 
Franziska kann es nicht glauben: Endlich ist sie wieder in ihrer Heimat auf Gut Dranitz. In den Wirren des zweiten Weltkriegs musste sie das herrschaftliche Anwesen im Osten verlassen. Lange gab es keinen Weg zurück. Trotzdem ließ sie die Sehnsucht nicht mehr los. Nie konnte sie die glanzvollen Zeiten vor dem Krieg vergessen, ihre Träume und Wünsche von einem Leben an der Seite ihrer großen Liebe Walter Iversen. Alles schien möglich. Doch der Krieg trennte die Liebenden und machte ihre Träume zunichte. Aber Franziska gab die Hoffnung nie auf ...
 
Mein Leseeindruck:
 
Hm...was soll ich sagen?! Die Pressestimmen waren einhellig positiv, jedoch sagen die Leserstimmen etwas anderes. Und .... ich bin eindeutig eine Leserin des Romans. Da ich von der Tuchvilla sehr begeistert war, wollte ich unbedingt die neue Serie von ANNE JACOBS lesen. Tja, ausser dem tollen Cover konnte mich dieser Roman leider nicht begeistern. Langwierige, schwerfällig Handlung, Protagonisten, die nicht wirklich reizvoll sind.... haben mir das Lesen nicht wirklich leicht gemacht. Oft hatte ich den Gedanken, doch einfach mal ein paar Seiten zu überspringen, die Hoffnung jedoch, etwas spannendes zu finden, hatte mich davon abgehalten.
Was mich auch so ein bisschen störte war, dass der Osten nicht wirklich gut dabei abgeschnitten hat. Hatte die Autorin da noch eine Rechnung offen oder woher kommt diese Abneigung?
 
Sehr gut haben mir hingegen die Beschreibung der Örtlichkeiten, sprich das Gutshaus sowie das Umland gefallen. Da die Autorin sehr ausschweifend beschreibt, wurde das Umfeld auch in allen Fassetten ausgeleuchtet.
 
Der Roman umfasst zwei Handlungsstränge, die jedoch stark miteinander verwoben sind.
Jedoch haben mir beide Stränge nicht wirklich berührt.
 
Angenehm angetan war ich von Mine, dem Hausmädchen. Nur zu ihr konnte ich ein paar Gefühle aufbauen.
 
Abschließend möchte ich noch ein paar Worte über Cover und Klappentext verlieren.
Das Cover hatte mich vom ersten Moment an angesprochen. Die Frau im Vordergrund zum Gutshaus - sehr stimmig zum Titel und der Story.
Der Klappentext wurde genau richtig gewählt. Nicht zuviel und nicht zuwenig. Weckt die Neugier - die bei mir dann leider verpufft ist.
 
Fazit:
 
Leider hat mich dieser Roman nicht wirklich angesprochen. Zuwenig Emotionen, zuviel Drumrum, aber nichts wirklich stimmig.
Etwas enttäuscht habe ich das Buch dann zur Seite gelegt. Jedoch werde ich der Fortsetzung auf jeden Fall eine Chance geben.
 
 
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Vielen Dank dem Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar.